Die evangelische Kirche steht mitten in einer tiefgreifenden Veränderung ihrer Struktur, ihrer Kultur und ihrer Steuerungmodi, sie transformiert. Vieles ist dabei noch unklar: Das gehört zu einer Transformation dazu. Aber klar ist: Sie kann nicht so bleiben wie sie ist. Die Frage, die für mich allein die noch angemessene ist, lautet: Transformiert Kirche by Desaster, d.h. ohne Zukunftsperspektiven, reaktiv, nur noch das Schlimmste abwendend und insgesamt mutlos oder by Design, d.h. mutig erprobend, neue Formen von Kirche ermöglichend, theologisch vergewissernd, proaktiv…..?
Die wesentliche Ursache für die Notwendigkeit einer Transformation liegt in der Veränderung unserer Gesellschaft. In ihr sich theologisch neu zu vergewissern, wie man „Kirche mittendrin“ und „Kirche der Menschen“ analog und digital sein will, bringt diese Transformation hervor. Dabei gilt es den Blick nach vorne, in die Zukunft zu richten. Wie wollen wir 2040 Kirche sein? Das ist die entscheidende Frage der Kirchenentwicklung.
Verstärkt wird diese Notwendigkeit durch den rasch sich vollziehenden Abbau der vorhandenen Ressourcen. Wer über Zukunft der Kirche nachdenkt, der darf nicht nur fragen, wie sie aus unserem Glaubensverständnis heraus denn sein soll, sondern der muss auch Antworten auf die Frage haben, wie eine Organisation gut weiterexistieren kann, die allein in den vergangenen drei Jahren (2023-2025) fast 10% ihrer Mitglieder verloren hat, insgesamt 1,75 Mio. Menschen. Man muss sich das bitte in aller Schonungslosigkeit klar machen: Die Evangelische Kirche in Deutschland wird im Jahr 2040 aller Voraussicht nach nur noch 10,5 Mio. Gemeindemitglieder haben und damit keine 15% Anteil an der Gesamtbevölkerung mehr stellen. Unter diesen äußeren Bedingungen ist die bisherige Struktur der Organisation nicht mehr lebensfähig. Die Frage im Bereich der Ressourcensteuerung lautet also: Wie können wir 2040 Kirche sein?